Feldfarbentauben und Münsterländer Feldtauben auf der Nationalen Rassegeflügelschau

 

2018 in Leipzig!

 

 

 

38 Feldfarbentauben und 22 Münsterländer Feldtauben auf der Nationalen Rassegeflügelschau

 

2018 in Leipzig.

 

Die Feldfarbentauben teilten sich in fünf Farbenschlägen auf. 12 schwarze m.w.Bd. boten ein figürlich ausgeglichenes Gesamtbild. Farblich waren alle Tiere mit reichlich Grünglanz und straffem Federwerk ausgestattet. Selbst die Schwingenfarbe bot kein Anlass zur Kritik, auch die geschlossene und mit Grünglanz bestückte Federstruktur im Keilgefieder war vorhanden. Weiterhin gilt es, der rassetypischen Oberkopfrundung und dem straffen Steuerfedereinbau sowie der typischen Bindenführung Augenmerk zu schenken. Ein phantastischer Jungtäuber von Zuchtfreund Manfred Schleich bot in allen Hauptrassemerkmalen das derzeit züchterisch mögliche und erhielt die Höchstnote mit dem Siegerband. Dicht auf folgten noch zwei hochkarätige vom gleichen Züchter die mit hervorragend bewertet wurden. Beide zeigten nur geringfügige Wünsche in der Bindenführung.

 

 

 

Der rote Farbenschlag war leider nur mit sechs Tieren gemeldet worden, figürlich aber sehr ausgeglichen. Die gesamte Mantelfarbe mit dazugehöriger Bauchfarbe erschien in sehr gleichmäßiger Farbgebung, hinzu kam das geschlossene Federwerk im Bindenbereich, welches für diesen Farbenschlag als züchterische Leistung zu werten ist. Die Bindenführung, hinsichtlich der Farbenklarheit gilt es jedoch zu festigen. Dieses Merkmal gilt letztendlich für alle bindigen Farbenschläge. Allgemein müssen wir künftig der Stirnfülle und der etwas glatteren Halsfederstruktur Augenmerk schenken. Ein Alttäuber von Zuchtfreund Martin Zerna erreichte die Note hervorragend, dazu das Jubiläumsband.

 

 

 

Zehn gelbe mit weißen Binden prägten ausgeglichene Figuren. Die typische Farbenreinheit bei gleichem Niveau wie der rote Farbenschlag. Die Schnabelfarbe bot keinen Anlass zur Kritik. Die etwas typischere Oberkopfrundung mußte bei einem Jungweibchen angesprochen werden sowie der Schnabel- Stirnwinkel. Die Augenfarbe konnte man als gefestigt einstufen. Weiterhin gilt auch der glatten Halsfederstruktur, der typischen Augenrandbreite und dem straffen Einbau der Steuerfedern ein gewisses Augenmerk. Eine Jungtaube von Zuchtfreund Markus Schlangenotto erhielt die Note hervorragend, dazu das Leipziger Band.

 

 

 

Der gemeldete Farbenschlag blau mit weißen Binden war leider nicht anwesend.

 

 

 

Die vier gelb-weiß-geschuppten verkörperten sehr typhafte Figuren. Die Gleichmäßigkeit der Grundfarbe deutlich erkennbar. Die Schuppung etwas klarer abgegrenzt und verteilter, jedoch lagen beide Kriterien im Wunschbereich. Diesem aparten Farbenschlag wünschte ich unbedingt ein verbreitertes Züchterpotential.

 

 

 

Liebe Züchterfreunde, bemerkenswert ist, dass bei keinem der ausgestellten Tiere aller Farbenschläge keine Mängel feststellbar waren.

 

 

 

 

 

22 Münsterländer Feldtauben auf der Nationalen Rassegeflügelschau 2018 in Leipzig.

 

 

 

Die vier Tauben, die nicht in den sg Bereich eingestuft wurden, mangelte es zum einen an starker Übergröße, ein weiteres mal an wolkiger Schildfarbe und zweimal an untypischem Schnabel- Stirnwinkel. Die vier Tiere, die die Note hervorragend erhielten gehörten den Zuchtfreunden Reinhold Reis und Hartmut Kahl, (je 2) geringfügige Wünsche trennten sie von der Höchstnote. Die achtzehn sg Tauben präsentierten sich in rassetypischen Figuren und Kopfpunkten, einschließlich der Augenfarbe. Die Halsgefiederfarbe sollte vereinzelt noch etwas mehr Grünglanz aufweisen, weiterhin im Wunschbereich bei einigen die Schild- und Bauchfarbe sowie die klare Schwanzbindenabgrenzung. Ein weiteres Augenmerk galt der typischen Flügelhaltung mit klarer Rückendeckung.

 

Ich hoffe, dass ich mit meinen Ausführungen allen Zuchtfreunden gerecht geworden bin.

 

Wünsche ein gutes Zuchtjahr und viel Gesundheit.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Gerhard Dersch

 


Sonderschau der MFT im Januar 2019 auf der VDT-Schau in Kassel

 

Die Sonderschau Ende Januar 2019 brachte 48 Münsterländer Feldtauben in die Käfige. Kein Käfig blieb leer, weil ein Tiere fehlte, -offenbar war die JTK "gebändigt". Erstaunlich auf dieser Schau war, dass auch die Alttierklassen gut vertreten waren.

 

Die Münsterländer Feldtaube ist eine Farbentaube, bei der die farblichen Attribute im Vordergrund stehen. Aber auch an die Figur werden hohe Anforderungen gestellt. Die Münsterländer Feldtaube soll mittelhoch, nahezu waagerecht stehen, kräftig mit betonter Brustpartie sein. - Bei den vorgestellten Tieren war bei einigen eine abfallende Haltung zu bemängeln, dann fehlt es auch an der vollen Unterlinie. Vereinzelt durfte auch der Stand etwas höher sein. - Das Attribut "kräftig" bedeutet nicht, dass die Münsterländer Feldtauben beliebig schwerer werden dürfen. Das Größensegment der Formentauben sollte auch für die Münsterländer tabu sein.

 

Bei einigen der vorgestellten Tauben war die Kopfform nicht ideal. Der Kopf wird "mittelhoch" mit gut gewölbter Stirn gewünscht. Bei einigen der vorgestellten Tiere ging die Schnabellinie ohne jeden Absatz in die Stirn über, d. h. die Kopfrundung konnte dann nicht harmonisch in die hintere Halslinie auslaufen. Deshalb bitte auf genügend Stirnsubstanz achten, dann ist die ideale Kopfrundung leichter zu erreichen. Ich verhehle jedoch nicht , dass es nicht leicht ist, diese betonte Stirn züchterisch zu verwirklichen.

 

Bei der Farbe muss man grundsätzlich zwischen der Farbe der Täuber und der Täubinnen unterscheiden. Währen die Täuber in der Regel ein schönes klares Blau zeigen, sind die Täubinnen geschlechtsspezifisch von einem Grauton überzogen. Das muss man bei den Täubinnen grundsätzlich tolerieren. Steht in der Täubinnenklasse eine Taube mit heller Schildfarbe, ist das meist ein verkappter Täuber, der dann im Frühjahr doch noch tanzt. Auch ein solches Exemplar stand in Kassel.

 

Die Schildfarbe war nicht immer ideal, besonders in der Bindengegend wurde sie bei manchen Tieren unruhig, fleckig, die Federn dort zeigten dann teils einen hellen Saum.

 

Als Problem empfand ich, dass einige Tauben in der Rückenfarbe aufhellten, manche recht stark, der Rücken war dann sogar weiß durchsetzt. Hier müssen wir stärker auf einen gut durchgefärbten Rücken achten ! Naturgemäß setzt die blaue Rückenfarbe bis zum Schwanz hin immer etwas ab, aber sie muss blau sein ! Ich habe in diesem Punkt sehr differenziert bewertet, je nach dem Grad der Aufhellung dies als Wunsch vermerkt, ab er wenn diese Aufhellung zu krass in Erscheinung trat, wurde sie in der Mängelspalte vermerkt und es war kein sg möglich. Diese Aufhellung im Rücken wirkt sich auch auf die Schwingenfarbe aus. Diese soll blau sein, - nicht blaufahl oder mit bräunlichem Ton !

 

Trotz des reichlich vorhandenen Gefiederstaubes lässt sich das gut erkennen. Vereinzelt ließ die Farbe der Schwanzbinde nach, einigen Tauben war mehr Grünglanz in der Halspartie zu wünschen. Es sind immer beide Farbtöne an den Münsterländern Feldtauben erkennbar, Grünglanz und Violettglanz, aber der Grünglanz sollte überwiegen.

 

Insgesamt überzeugte die Kollektion in Kassel, wenn auch nicht die Meldezahl vom Siegerringwettbewerb in Sinsheim erreicht wurde . Diese zwar schlichte, aber in ihren Feinheiten (z.B. Kopfpunkten) begeisternde zuchtfreudige Rasse hat es verdient, dass sich mehr Züchter mit ihr beschäftigen. Die Note "vorzüglich" errangen eine 0,1 jung von Erich Storck, dazu das VDT-Ehrenband, eine kompakte 0,1 mit prima Unterlinie und in allen Punkten intensiver Farbe, außerdem ein figürlich und farblich überzeugender Alttäuber von Reinhold Reis mit v Messe-Band.

 

Reinhold Reis errang noch mit einem Jungtäuber und einer Alttäubin jeweils die Note hv, Hartmut Kahl ebenfalls hv auf einen Jungtäuber.

 

Siegfried Grenz 31.1.2019

 


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Die Zucht der Feldfarbentauben - Bericht von Martin Zerna
Die Zucht der Feldfarbentauben - mit Bil
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